Friedrich Morgenroth kaufte 1990 das Anwesen von der Treuhand zurück
und stand nun da mit einem riesigen Gebäudekomplex und keiner flüssigen
Mark für notwendige Investitionen.
Was aber über Generationen die politischen und wirtschaftlichen Auf-
und Niedergänge überstanden hatte, erwies sich auch 1990 als tragfähig
genug: das Vertrauen in die eigene Kraft der Familie.
Die um 1830 bereits schon einmal florierende Senfmüllerei wurde neu belebt.
Gerade dazu benötigt man die alte Technik und feine alte Rezepte um Senf
von höchster
Qualität herstellen zu können.
Allein diese geben dem Kleinhettstedter Senf jenen unnachahmlichen Geschmack,
jenes unübertroffene Aroma, der ihn heute bei Feinschmeckern so beliebt
macht.
Das Geheimnis liegt dabei in der Geschwindigkeit der Mahlsteine, die sich
in Kleinhettstedt mit nur 55 U/min drehen. Dadurch bleibt das Senföl
erhalten, während es in industriellen Anlagen bei über 3000 U/min
heiß wird und an Aroma und Geschmack verliert. Dass Friedrich Morgenroth
mit seiner Methode richtig liegt, beweist der Erfolg.
Der Senf den es heute in ca. 20 verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, findet
immer mehr Liebhaber in ganz Deutschland und darüber hinaus.
So weilte Friedrich Morgenroth 2001 auf Einladung im „Salon des Geschmacks“
in Turin. Dort werden alljährlich die feinsten Delikatessen aus bestimmten
Regionen präsentiert.
Neue Geschäftskontakte konnten dabei geknüpft werden und Aufträge
aus Japan, Österreich, Italien, den USA und Großbritannien waren
der Lohn der Mühen.


2004 entstand auf der gegenüberliegenden Hofseite im ehemaligen Kuhstall eine Gaststätte. Für Besucher der Mühle besteht nun die Möglichkeit beim Mühlenwirt einzukehren. Im Obergeschoss des gleichen Objekts findet man heute auch die Senfmühlentenne welche kurz darauf eingerichtet wurde und Geschenkartikel rund um den Senf anbietet.