Jedem Besucher Kleinhettstedts fällt sofort ein imposanter Fachwerkbau, die Kunst- und Senfmühle der Familie Morgenroth, ins Auge. Erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt befindet sich die Mühle seit 1732 im Besitz der Familie Morgenroth.Mauerreste weisen dabei sogar auf einen Bestand aus dem 13. Jh. hin.
Senfmüller Friedrich Morgenroth gehört der 8. Generation an. Mit seinem Sohn Ulf, der im Sommer 2004 erfolgreich seine Ausbildung zum Müllerhandwerksgesellen beendete, bereitet sich bereits ein Nachfolger auf die Übernahme der Traditionsbewahrung vor.
Im Kaufbrief von 1732 sind vier Wasserräder erwähnt, die eine Ölstampfe und drei Mahlgänge antrieben.
Da in der Technologie der Getreidemüllerei bis Mitte des 19. Jahrhunderts keine technologischen Fortschritte erreicht wurden, waren viele effektive Nutzungen der Wasserkraft in der Mühle untergebracht. Das waren zum Beispiel eine Gips-, Senf-, Säge- und Graupenmühle sowie eine Spinnerei.
Mit der Erfindung des Walzenstuhles und des Plansichters entwickelte sich die Industriemüllerei , welche viergeschossige Bauwerke benötigte und gleichzeitig eine wesentlich höhere Mehlausbeute ermöglichte.
Walzenstuhl
Plansichter

Francisturbine

Diese Mühlentypen haben sich in Deutschland ca. 1880 durchgesetzt. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Kunstmühle.
Diese neue Technik brachte aber auch mit sich, dass die unstete Wassermenge der Ilm nicht mehr zum Antrieb ausreichte.
Aus diesem Grunde wurde 1892 als erster Hilfsantrieb eine Lokomobile eingebaut, welche 1914 durch einen Dieselmotor abgelöst wurde. Dieser wurde 1947 durch einen Elektromotor ersetzt.
In diesen Zeiträumen wurden die eisernen Wasserräder 1901 durch eine 80 PS starke Francisturbine ersetzt. Diese wird bis heute noch im ursprünglichen Zustand zur Elektroenergieerzeugung genutzt.
Im Gebäudekomplex erkennt man die Jahre guter Erträge (es wurde viel gebaut) und schwierige Jahre, wo es nur um die Erhaltung der Mühle ging. Trotzdem haben sich immer alle Generationen bemüht den Gebäuden eine einheitliche Architektur zu geben, was sich hinzieht, bis zum 1969 fertiggestellten Verladeturm.
Mit der politischen Wende kam 1989 zunächst das völlige Aus für die bis zuletzt in drei Schichten arbeitende volkseigene Getreidemühle.
Verladeturm

Was sollte nun aus diesem gesamten Gebäudekomplex und der vorhandenen Technik werden.
Bei einer Reise der Familie Morgenroth entlang von Lahn, Weser, Mosel und Rhein kamen Elke und Friedrich zu der Erkenntnis, dass ein Großteil der Industriemühlen mittlerer Größe dem Verfall preisgegeben wurden.
Diesem Schicksal wollte man sich auf jeden Fall widersetzen. ->weiter

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Die Geschichte der Mühle
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